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Die 5 schlimmsten Fehler bei der Finanzierung deines Auslandssemesters

Ein Auslandssemester in den USA, in Australien oder Neuseeland ist der Traum vieler Studenten. Doch weil das Studium im Ausland häufig viel Geld kostet, ist eine sorgfältige Planung wichtig. Tim Reichel von studienscheiss.de berät Studenten unter anderem zum Thema Auslandsstudium und erzählt dir in diesem Artikel, welche Fehler du bei der Finanzierung deines Auslandssemesters vermeiden kannst.

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Viele Studenten haben große Lust auf ein Auslandssemester – doch die wenigsten möchten sich ausgiebig mit dessen Organisation auseinandersetzen. Komplizierte Studienplanung, langweilige Formulare und nervige Bürokratie sorgen dafür, dass die Vorbereitung des Auslandsaufenthalts alles andere als angenehm wird. Dabei kommt laut einer aktuellen Umfrage ein Bereich besonders schlecht weg: die Finanzierung. Doch genau dieser Punkt ist wichtig für dich und kann über Erfolg oder Misserfolg deiner Auslandserfahrung entscheiden. Denn: Ein Auslandssemester kostet Geld. Je nach Land, Universität und Fachbereich sogar viel Geld. Kommen dann noch Kosten für den Lebensunterhalt, Reisen und Unterhaltung dazu, kann aus deinem kleinen Studientrip schnell ein finanzielles Mammutprojekt werden. Daher zeige ich dir in diesem Artikel, welche fünf Fehler du bei der Finanzierung deines Auslandssemesters auf jeden Fall vermeiden solltest und wie du es richtig machst.

Fehler #1: Du kennst deine Möglichkeiten nicht

Mit dem Thema „Finanzierung“ setzen sich die meisten Studenten erst dann auseinander, wenn es unbedingt sein muss – oder später. Dabei sind Finanzierungsangelegenheiten nicht ansatzweise so kompliziert und abstrakt, wie sie sich zunächst einmal anhören. Grundsätzlich bedeutet „Finanzieren“ nichts anderes als „jemanden mit Geld versorgen“. Und diese Versorgung ist vielfältig und hochgradig individuell. Es gibt unzählige Möglichkeiten, wie du dich während deines Auslandssemesters „mit Geld versorgen“ kannst. Doch genau diese Möglichkeiten musst du kennen, damit du die richtige Art der Finanzierung für dich auswählen kannst. Das bedeutet für dich: Mach dich über deine Finanzierungsmöglichkeiten schlau! Welche Arten der Finanzierung kommen für dich in Frage? Bezahlst du alles selbst? Nimmst du einen Kredit auf? Helfen Mama und Papa? Kannst du Auslands-BAföG bekommen? Wie sieht es mit einem Stipendium aus? Erst wenn du alle relevanten Möglichkeiten gesammelt, verglichen und abgewogen hast, kannst du eine fundierte Entscheidung treffen.

Fehler #2: Du beginnst zu spät mit der Planung

Die Vorbereitung für ein Auslandssemester kannst du nicht an einem halben Nachmittag durchführen. Dafür ist die Sache zu komplex. Es gibt zu viele Unsicherheiten, Stellschrauben und Optionen, die du bei deiner Planung berücksichtigen musst. Außerdem musst du Fristen für Bewerbungen, Zulassungen und Reisebuchungen einhalten, die weit vor deinem eigentlichen Auslandsaufenthalt liegen. Gleiches gilt für deine Finanzplanung: Wenn du dich zu spät um deine Finanzierung kümmerst, wird dein Semester im Ausland entweder teurer oder – je nach Situation – unbezahlbar. Zur Orientierung rate ich meinen Studenten daher, mindestens 9 bis 12 Monate vor dem eigentlichen Auslandssemester mit dessen Planung zu beginnen. Zugegeben, dieser Planungshorizont ist sehr langfristig und konservativ angelegt, doch dein Auslandsprojekt ist zu wichtig, als dass du es in einer 5-minütigen Werbepause auf einem Bierdeckel planen könntest. Also: Nimm dir Zeit für die Planung und bereite deine Finanzierung gründlich vor.

Fehler #3: Du übersiehst wichtige Kostenpunkte

Das Vorgehen bei der Finanzplanung eines Auslandssemesters ist (fast) immer gleich: Man nehme eine Liste und trage alle relevanten Positionen ein, die zu Ausgaben führen. Am Ende werden alle Kostenpunkte summiert – und voilà: deine Finanzierungssumme steht. Doch leider werden bei diesem Vorgehen häufig wichtige Punkte vergessen, was wiederrum zu einer falschen Kostenabschätzung führt. Wenn du diesen Zustand zu spät bemerkst, ist dein Auslandssemester unterfinanziert – und das kann böse enden (im schlimmsten Fall musst du deine Reise absagen und bleibst auf Fixkosten sitzen, die du nicht zurückfordern kannst). Damit das nicht passiert, solltest du bei deiner Finanzplanung sehr gewissenhaft und genau vorgehen. Sammle wirklich alle möglichen Ausgaben und recherchiere kleinschrittig, welche „versteckten Kosten“ zusätzlich anfallen können. An dieser Stelle solltest du nichts dem Zufall überlassen und lieber etwas pessimistisch planen. A propos:

Fehler #4: Du kalkulierst zu optimistisch

Viele Studenten gehen in Sachen Finanzierung und Finanzplanung zu optimistisch vor. Sie gehen davon aus, dass alles nach Plan laufen und schon nichts passieren wird. Kleiner Tipp: Es läuft niemals alles nach Plan. Es werden immer kleinere oder größere Probleme auftreten, die dich dazu zwingen, von deinem ursprünglichen Weg abzuweichen. Und auf diese Turbulenzen musst du dich vorbereiten. Dabei ist es hilfreich, wenn du früh mit deiner Planung beginnst (Fehler #2) und deine Finanzierung kritisch überprüfst (Fehler #3). Weiterhin solltest du einen finanziellen Puffer – eine zusätzliche Geldreserve – in deine Planung aufnehmen. Konkret bedeutet das: Multipliziere deine geschätzten Kosten mit einem Sicherheitsfaktor, der mindestens 1,2 bis 1,5 beträgt. Beispiel: Falls du für dein Auslandssemester Kosten in Höhe von 5.000 Euro geschätzt hast, beträgt dein Sicherheitsbudget mindestens: 5.000 Euro x 1,2 = 6.000 Euro. Je nach deinem Sicherheitsbedürfnis kannst du auch mit Faktor 2 (also mit dem doppelten Budget) planen. Mit diesem Puffer bist du auf finanzielle „Überraschungen“ vorbereitet und kannst schnell darauf reagieren.

Fehler #5: Du nutzt keine Förderprogramme

Besonders bei jüngeren Studenten erlebe ich es häufig, dass bei der Finanzierung eines Auslandssemesters fast ausschließlich auf private Mittel zurückgegriffen wird. Diese Studenten nutzen weder staatliche noch privatwirtschaftliche Förderprogramme – und das, obwohl die Geldtöpfe zahlreicher Institutionen randvoll sind und nur darauf warten, abgeschöpft zu werden. Der Grund dafür ist einfach und gleichzeitig erstaunlich: Unwissenheit. Die meisten deiner Kommilitonen kennen die zahlreichen Finanzierungsmöglichkeiten nicht und lassen sich auf diese Weise tausende Euros entgehen. Doch dir wird das nicht passieren. Daher: Informiere dich über finanzielle Förderprogramme zur Mobilität im Studium. Nimm an Austauschprogrammen teil, bewirb dich für ein Stipendium oder beantrage Auslands-BAföG. Daneben gibt es unzählige Förderprogramme von Unternehmen oder günstige Bildungskredite, die du für die Finanzierung deines Auslandssemesters nutzen kannst.

Fazit

Viele Studenten vernachlässigen die Finanzierung ihres Auslandssemesters. Sie informieren sich nicht über ihre Möglichkeiten, beginnen zu spät mit der Planung, übersehen wichtige Kostenpunkte, kalkulieren zu optimistisch und nutzen keine Förderprogramme. Damit machen sie sich selbst das Leben schwer und erzeugen hausgemachte Probleme. Daher mein Rat an dich: Wenn auch du ein Auslandssemester absolvieren möchtest, dann vermeide die fünf Fehler von oben. Halte dich an die Tipps in diesem Artikel und habe keine Angst vor den grundsätzlichen Finanzierungsfragen. Wenn du dich früh genug mit dem Thema beschäftigst und dich gewissenhaft informierst, wird dir die Finanzplanung leichtfallen. Natürlich wird es anfangs ungewohnt sein, aber mit ein klein wenig Aufwand bist du deutlich besser vorbereitet als 95 Prozent aller anderen Studenten – und kannst dein Semester im Ausland in vollen Zügen genießen.

Tim Reichel - Studienscheiss

Autor: Tim Reichel von studienscheiss.de


Tim ist Fachstudienberater, Autor und der Gründer von Studienscheiss. Auf seinem Blog schreibt er über alle möglichen Aspekte aus dem Unialltag und hilft Studenten dabei, ihr Studium in den Griff zu bekommen.

Hier kannst du kostenlos die ersten 34 Seiten seines Buchs runterladen

 

Bild-Copyright: William W. Potter / Fotolia

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Thema:
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